1. Normalform
Ausgangspunkt ist die Normalform. Vor x² steht 1.
Die PQ-Formel ist kein Merksatz aus dem Nichts. Sie folgt direkt aus der quadratischen Ergänzung. In sechs Umformungen wird aus der Normalform die bekannte Lösungsformel.
Ausgangspunkt ist die Normalform. Vor x² steht 1.
Subtrahiere q auf beiden Seiten.
Addiere auf beiden Seiten (p/2)². Der Wert der Gleichung bleibt gleich.
Die linke Seite ist nun die zweite binomische Formel.
Beim Wurzelziehen entstehen eine positive und eine negative Möglichkeit.
Subtrahiere p/2. Das Ergebnis ist die PQ-Formel.
Gesucht ist ein Binom, dessen mittlerer Term px ist. Beim Ausmultiplizieren von (x + p/2)² entsteht genau dieser Term:
Deshalb ergänzt man links um (p/2)². Damit die Gleichung gleichwertig bleibt, muss derselbe Ausdruck auch rechts addiert werden.
Für x² − 6x + 5 = 0 sind p = −6 und q = 5:
Unter der Wurzel bleibt (p/2)² − q stehen. Dieser Ausdruck ist die Diskriminante: Ist er positiv, gibt es zwei reelle Lösungen; bei 0 eine Doppellösung; bei einem negativen Wert keine reelle Lösung.
Teste die Schritte mit eigenen p- und q-Werten.
Die Herleitung beginnt mit x² + px + q = 0 und verwendet die quadratische Ergänzung. Durch Addition von (p/2)² entsteht links das Binom (x + p/2)². Nach dem Wurzelziehen und Freistellen von x erhält man die PQ-Formel.
Weil (x + p/2)² ausmultipliziert x² + px + (p/2)² ergibt. Der mittlere Term ist dadurch genau px. Nur mit dieser Ergänzung entsteht ein vollständiges Quadrat.
Sowohl eine positive als auch eine negative Zahl ergeben beim Quadrieren denselben Wert. Deshalb liefert das Wurzelziehen zwei Fälle: +√D und −√D.
Die quadratische Ergänzung ist die Methode, mit der die PQ-Formel hergeleitet wird. Du kannst dieselbe Methode auch direkt zum Lösen einzelner quadratischer Gleichungen verwenden.